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Asian Handicaps

Von Joachim, BettingExpert | Veröffentlicht (Bearbeitet )

Im Prinzip sind Asian Handicaps eine Unterform des vor allem in den USA recht beliebten spread bettings, wo es vor allem für Basketball und American Football Anwendung findet. In Asien kam man zuerst darauf, Wetten dieser Art auch für Fußballspiele anzubieten, und wurde dort unter dem Namen Hang Cheng bekannt – eine genauere Geschichte der Entstehung des Asian Handicap findest Du hier. An dieser Stelle soll es um die genaue Funktionsweise gehen.

Eliminierung des Unentschiedens

Der Kerngedanke der Asian Handicaps ist die Eliminierung des Unentschiedens als möglicher Wettausgang, um die Anzahl der möglichen Wettausgänge auf zwei zu reduzieren, und damit das Wetten erheblich zu vereinfachen. Zu diesem Zweck wird bei jeder Asian Handicap Wette der Mannschaft, auf die gewettet wird, eine bestimmte Anzahl Tore entweder zugesprochen bzw. aberkannt, und gewissermaßen auf das Endergebnis drauf gerechnet. Ziel des ganzen ist es, zwei mögliche Wettausgänge mit ungefähr der selben Wahrscheinlichkeit zu erhalten, idealerweise eine Münzwurfsituation, so dass die Wettquote für beide Ausgänge nahezu identisch ist.

Das 0.5 Handicap

Die vermutlich gängigste Variante des Asian Handicap ist der stärkeren Mannschaft (häufig der Heimmannschaft) ein halbes Tor abzuziehen – in diesem Fall wettest Du zum Beispiel zu einer bestimmten Quote auf Bayern München -0.5. Dies bedeutet, dass vom Endstand Bayern München ein halbes Tor abgezogen wird. Bei einem 1-0 oder höheren Sieg von Bayern München würde deine Wette also gewinnen, da ein halbes Tor immer noch mehr ist als gar keines. Bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage Bayerns würdest Du aufgrund dieses Handicaps deine Wette aber verlieren – Asian Handicap -0.5 entspricht also der klassischen Wette auf den Sieg einer bestimmten Mannschaft. Anders verhält sich dies allerdings beim Asian Handicap +0.5 - hier gewinnst Du deine Wette, wenn deine Mannschaft gewinnt. Und du gewinnst auch dann, wenn sie Unentschieden spielt.

Wenn der Qualitätsunterschied zwischen zwei Mannschaften besonders groß ausfällt, sind auch höhere Asian Handicaps wie -1.5/+1.5 möglich. In diesem Fall gewinnt ein Asian Handicap -1.5, sofern “deine” Mannschaft mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnt, in jedem anderen Fall verlierst du deine Wette, wenn das Spiel beispielsweise 3-2 ausgehen sollte. Analog gewinnt eine Asian Handicap +1.5 Wette dann, wenn die betreffende Mannschaft mit nur einem Tor Unterschied verliert, und natürlich auch dann, wenn sie gewinnt oder unentschieden spielt.
Wichtig für K.O.-Phasen: Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich Asian Handicap Wetten immer auf die regulären 90 Minuten Spielzeit, und nicht mögliche Verlängerungen und Elfmeterschießen.

Ganze Asian Handicaps: 0, -1 und +1, -2 und +2, etc.

Eine weitere besondere Spielart sind die sogenannten ganzen Asian Handicaps. Was zunächst kompliziert scheinen mag, ist im Prinzip ganz einfach. Ergibt sich aus dem Handicap in der Summe mit dem Spielergebnis ein Unentschieden, erhältst Du schlicht deinen Einsatz zurück. Nehmen wir an, Du wettest beim Spiel Bayern München gegen Florenz auf Bayern München -1. Bei einem Spielausgang von 2-1 erhieltest Du bei diesem Szenario deinen Wetteinsatz zurück. Gewonnen hättest Du nur, wenn Bayern mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen hätte. Und entsprechend bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage verloren. Umgekehrt sieht es natürlich bei einer Wette auf Florenz +1 aus. Bei einem 2-1 für Bayern hättest Du auch in diesem Fall deinen Einsatz zurück erhalten.

Eine Sonderform ist die Asian Handicap +0 Wette – bei dieser ist das Vorzeichen egal. Das +0 oder -0 heißt in dem Fall nur, dass bei einem Unentschieden der Wetteinsatz zurück erstattet wird.

Viertel Asian Handicaps

Viertel Asian Handicaps sehen zwar kompliziert aus, sind es jedoch eigentlich nur sehr bedingt. Hierbei handelt es sich schlicht um die Mischung aus ganzen und halben Asian Handicaps. Warum das Ganze? Für Buchmacher bietet dies noch feinere Unterscheidungsmöglichkeiten, da anders als zum Beispiel beim Basketball oder American Football Fußballspiele meist nur recht geringe Abstände zwischen den erzielten Toren hervorbringen.

Viertel Asian Handicaps werden meist (zum Beispiel) als Bayern München -0.5 /-1 dargestellt (bzw. +0.5 / +1 für das gegnerische Team). Da die Mitte dazwischen -0.75 wäre, ist dies eine beliebte, meist inoffizielle Darstellungsform geworden und wird als Viertel Asian Handicap bezeichnet. Andere Varianten sind -0/-0.5 (also -0.25), -1/-1.5 (also -1.25), und so weiter. Wie das Schema schon andeutet geschieht dabei folgendes mit deiner Wette: Sie wird in zwei Hälften aufgeteilt, die eine Hälfte geht als das entsprechende ganze Asian Handicap ins Rennen, und die andere als das halbe. Es kann hier also zu der Situation kommen, dass bei bestimmten Konstellationen nur die Hälfte deines Einsatzes gewinnt und die andere Hälfte zurückerstattet wird, oder aber dass Du bei bestimmten Wetten die eine Hälfte verlierst, und die andere Hälfte zurück bekommst. Und falls dir jetzt der Kopf schwirrt, hier eine detaillierte Liste mit Beispielen:

Praktische Beispiele aus dem wahren echten Leben

Asian Handicap

Asian Handicaps

Implikationen des Asian Handicaps und Nutzen

Auch wenn Asian Handicaps insgesamt auch in Europa immer beliebter werden, gibt es eine ganze Reihe von Buchmachern, die das Asian Handicap nicht so gerne haben – das liegt daran, dass es nur zwei Wettausgänge gibt, die in etwa im 50/50 Bereich sind. Dadurch wird es für den Wettenden ganz instinktiv deutlich einfacher, die Buchmachermarge zu erkennen, und auf ihrer Grundlage ohne große Berechnungen die Qualität der Quoten verschiedener Anbieter zu vergleichen. Insgesamt verbessert diese Wettform also die Transparenz, und nicht zuletzt deshalb finden sich value bets verstärkt besonders im Asian Handicap Bereich. Das bedeutet nicht, dass Asian Handicaps zwangsläufig die bessere Art wären zu wetten – aber es verbessert die Möglichkeiten doch erheblich. Es lohnt sich, sich hier auszukennen.




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