Russland bei der EM 2012

von Sebastian, bettingexpert.com | Bearbeitet

 

Man kann beim russischen Fußballverband sehr mit sich zufrieden sein, die Verpflichtung des niederländischen Trainers Dick Advocaat hat sich voll und ganz ausgezahlt. Denn zwei Jahre nach der verpassten Weltmeisterschaft unter seinem Landsmann und Vorgänger Guus Hiddink, führte der Holländer, der im Mai 2010 seine Amtszeit antrat und nach der EM 2012 in Polen und der Ukraine neue Aufgaben sucht, die russische Nationalmannschaft sehr souverän zurück in die internationale Spitzenklasse und entfachte im eigenen Land eine lange nicht mehr erlebte Begeisterung für das Team. Doch haben die Russen wirklich die Qualität bei der Euro 2012 etwas zu reißen und lohnt es sich auf die Advocaat-Schützlinge Wetten abzuschließen? Wir werden dieser Frage einmal genauer auf den Grund gehen.

Russlands Weg durch die Qualifikation für die Euro 2012

Die russische Mannschaft hatte eine relativ einfache Qualifikationsgruppe zu überstehen, mit Irland, Armenien, Slowakei, Mazedonien und Andorra konnte der Truppe von Trainer Dick Advocaat keines der gegnerischen Teams wirklich das Wasser reichen. Letztlich setzten sich die favorisierten Russen mit 23 von möglichen 30 Zählern souverän mit zwei Punkten Vorsprung vor Irland durch, insgesamt musste man nur bei zwei torlosen Remis gegen Irland und Armenien sowie einer 0:1-Heimniederlage gegen die Slowakei Federn lassen. Durch einen 6:0-Erfolg am letzten Spieltag gegen Andorra gelang schließlich die endgültige Qualifikation, 17:4 Tore lautete die Bilanz der Kicker aus Russland im Verlauf der insgesamt zehn Spiele. Dabei fällt vor allem auf, dass die Defensive sich während des Kampfs ums Ticket zur Euro 2012 in Polen und der Ukraine bärenstark präsentierte, wohingegen die Offensive immer wieder Probleme hatte. Es gibt also noch einiges zu tun für Trainer Dick Advocaat, im Angriff muss dringend noch an der Abstimmung gearbeitet werden.

Die EM 2012 für Russland - Gruppenphase und Ausblick auf die K.o.-Runde

Russland muss sich bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine mit Tschechien, Griechenland und Co-Gastgeber Polen in der Vorrunde messen. Eine durchaus machbare Aufgabe für die Truppe von Trainer Dick Advocaat, die spielerisch den drei gegnerischen Mannschaften insgesamt überlegen sein sollte und wohl das stärkste Team der Gruppe A ist. Der Sprung ins Viertelfinale sollte der russischen Auswahl also gelingen, dort allerdings würde man auf die Mannschaften der Todesgruppe B treffen, die mit Deutschland, Holland, Portugal und Dänemark vorzüglich besetzt ist. Ob sich die Truppe von Dick Advocaat dann gegen einen echten Hochkaräter durchsetzen und ins Halbfinale einziehen kann, ist doch schwer zu bezweifeln, denn dafür fehlt letztlich doch die Qualität in nahezu allen Mannschaftsteilen.

Was Dick Advocaat so macht? Der trainiert jetzt Russland.

Was Dick Advocaat so macht? Der trainiert jetzt Russland.

Russlands Spielplan:

Russland - Tschechien (Freitag, 8. Juni, 20.45 Uhr in Breslau)

Russland - Polen (Dienstag, 12. Juni, 20.45 Uhr in Warschau)

Russland - Griechenland (Samstag, 16. Juni, 20.45 Uhr in Warschau)

Zum gesamten EM-Spielplan 2012 (mit Wettquoten)

Russland bei der Euro 2012 - die EM-Auftritte in der Vergangenheit

Insgesamt ist es für Russland die zehnte Teilnahme an einer EM-Endrunde. Bis 1988 allerdings trat das Team als UdSSR an, bei der Euro 1992 in Schweden war man als GUS im Einsatz. Der größte Erfolg datiert aus dem Jahr 1960, damals setzte man sich im Finale in Paris mit 2:1 nach Verlängerung gegen Jugoslawien durch und sicherte sich den bislang einzigen Titelgewinn bei Europameisterschaften. Darüber hinaus stehen noch zwei Endspielniederlagen zu Buche (1972 mit 0:3 gegen Deutschland, 1988 mit 0:2 gegen Holland), beim letzten Turnier in Österreich und der Schweiz 2008 scheiterte eine spielerisch bärenstarke Auswahl Russlands im Halbfinale am späteren Titelträger Spanien.

EM 2012 Russland - was ist gut, was ist schlecht

Die Stärken:

Die Qualifikation hat es bereits gezeigt, die Stärken des Teams liegen derzeit eher in der Defensive. Hier sind die Russen sehr gut eingespielt, da die Verteidigung nahezu nur aus Akteuren von ZSKA Moskau besteht. Ebenfalls stark: Der neue russische Mittelfeld-Star Alan Dzagoew spielt überragende Pässe in die Spitze und kann an guten Tagen Begegnungen im Alleingang entscheiden.

Die Schwächen:

So gut die Abwehr auch stand, mit einem Durchschnittsalter von etwa 30 Jahren könnte es gegen schnell und direkt spielende Teams eng werden. Zudem fehlt ein echter Knipser im Sturmzentrum, auch Kapitän Andrej Arschawin, der bei der EM 2008 die Massen begeisterte, ist in die Jahre gekommen und bei Arsenal meist nur noch Ersatz.

Euro 2012 Russland - der Kader

Tor:

Igor Akinfeev (ZSKA Moskau), Vyacheslav Malafeev (Zenit St. Petersburg), Anton Shunin (Dinamo Moskau)

Abwehr:

Aleksandr Anyukov (Zenit St. Petersburg), Aleksey Berezutski (ZSKA Moskau), Sergey Ignashevich (ZSKA Moskau), Vladimir Granat (Dinamo Moskau), Yuri Zhirkov (Anzhi Makhachkala), Dmitri Kombarov (Spartak Moskau), Roman Sharonov (Rubin Kazan), Kirill Nababkin (ZSKA Moskau)

Mittelfeld:

Igor Denisov (Zenit St. Petersburg), Konstantin Zyryanov (Zenit St. Petersburg), Roman Shirokov (Zenit St. Petersburg), Denis Glushakov (Lokomotive Moskau), Igor Semshov (Dinamo Moskau), Marat Izmailov (Sporting Lissabon), Alan Dzagoev (ZSKA Moskau)

Sturm:

Andrey Arshavin (Zenit St. Petersburg), Aleksandr Kerzhakov (Zenit St. Petersburg), Aleksandr Kokorin (Dinamo Moskau), Roman Pavlyuchenko (Lokomotive Moskau), Pavel Pogrebnyak (FC Fulham)

Die Turnierprognose

Die russische Auswahl hat ohne Frage die Qualität, sich in der schwach besetzten Vorrundengruppe A locker durchzusetzen - dann allerdings dürfte es vorbei sein. Denn in einem möglichen Viertelfinale warten sehr schwere Gegner, angesichts der schwachen Offensivleistungen in der Qualifikation (acht der 17 Treffer wurden gegen Fußballzwerg Andorra erzielt) kann man sich kaum vorstellen, dass die russische Auswahl Teams wie Deutschland oder Holland ernsthaft in Gefahr bringen könnte. Aufgrund der doch etwas in die Jahre gekommenen Mannschaft lohnt es sich wohl lediglich in der Vorrunde auf das russische Team zu wetten, denn spätestens im Viertelfinale wird das Abenteuer Europameisterschaft für das Team von Trainer Dick Advocaat wohl vorbei sein - möglicherweise mit einem Ausscheiden gegen seine Landsmänner aus Holland.

BettingExpert-Tipp: Russland scheitert im Viertelfinale

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