Tschechien bei der EM 2012

von Sebastian, bettingexpert.com | Bearbeitet

 

Im tschechischen Lager sieht man sich selbst als EM-Außenseiter für das Anfang Juni beginnende Turnier in Polen und der Ukraine, ganz unrealistisch ist diese Einschätzung definitiv nicht. Denn schon seit längerer Zeit hat das Team nicht mehr die Klasse vergangener Tage, als die Tschechen beispielsweise 1996 bei der EM in England glänzten und auch 2004 bei der Endrunde in Portugal zu überzeugen wussten. Lohnt es sich also überhaupt auf Tschechien bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine Geld zu setzen und irgendwelche Wetten auf die Truppe von Trainer Michal Bilek abzuschließen? Eine gute Frage, der wir in der Folge einmal genauer auf den Grund gehen möchten.

Tschechiens Weg durch die Qualifikation für die Euro 2012

In der Gruppe I sicherte sich die tschechische Auswahl den zweiten Rang hinter Welt- und Europameister Spanien, überzeugend allerdings war der Auftritt der Schützlinge von Michal Bilek absolut nicht. Denn mit nur 13 Punkten aus acht Begegnungen bei einem Torverhältnis von 12:8 Treffern gelang den Tschechen in der Fünfergruppe nicht besonders viel, man konnte vielmehr froh sein, dass die Teams aus Schottland, Litauen und Liechtenstein noch schlechter waren. Insgesamt verlor man drei Spiele (0:1 gegen Litauen, 1:2 und 0:2 gegen Spanien) und spielte einmal Remis (2:2 in Schottland) - wirklich souverän sieht also definitiv anders aus. Trotzdem sicherte man sich letztlich knapp vor Schottland die Relegation, in der es gegen Außenseiter Montenegro zu zwei Erfolgen reichte (2:0 zu Hause und 1:0 auswärts) - insgesamt konnte man sich über die günstige Auslosung im Lager der Tschechen also wahrlich nicht beschweren.

Die EM 2012 für Tschechien - Gruppenphase und Ausblick auf die K.o.-Runde

Auch am 2. Dezember 2011 waren die Tschechen mit dem Losglück im Bunde, das Team von Trainer Michal Bilek erwischte die mit Abstand einfachste Gruppe bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine. Gemeinsam mit Co-Gastgeber Polen, Griechenland und Russland kämpft man in der Gruppe A um den Einzug ins Viertelfinale, leicht allerdings dürfte es für die tschechische Nationalmannschaft trotzdem nicht werden. Zwar ist bei den Gegnern die Qualität in den jeweiligen Reihen ebenfalls recht überschaubar, allerdings haben auch die Tschechen selbst riesengroße Probleme und sind vor allem spielerisch den Teams aus Polen und Russland wahrscheinlich nicht gewachsen - das zeigt auch das äußerst schwache Torverhältnis in der Qualifikation. Insgesamt startet die tschechische Elf wohl als Außenseiter in der Gruppe A und man macht sich im Lager des Finalteilnehmers von 1996 wenig Hoffnung auf das Weiterkommen, sollte dieses allerdings wider Erwarten doch gelingen, würde in der K.o.-Runde voraussichtlich ein echter Kracher warten. Denn die Teams der Gruppe A treffen auf die Mannschaften der Gruppe B, die mit Deutschland, Dänemark, Holland und Portugal enorm stark besetzt ist - allerspätestens hier dürfte das Abenteuer Europameisterschaft dann wohl also endgültig vorbei sein für die Tschechen.

Trainer Bilek im Kreise seiner Liebsten.

Trainer Bilek im Kreise seiner Liebsten.

Tschechiens Spielplan

Tschechien - Russland (Freitag, 8. Juni, 20.45 Uhr in Breslau)

Tschechien - Griechenland (Dienstag, 12. Juni, 20.45 Uhr in Breslau)

Tschechien - Polen S(amstag, 16. Juni, 20.45 Uhr in Breslau)

Zum gesamten EM-Spielplan 2012 (mit Wettquoten)

Tschechien bei der Euro 2012 - die EM-Auftritte in der Vergangenheit

Insgesamt ist es die achte Teilnahme der Tschechen an einer EM-Endrunde, bis 1992 allerdings startete man als Tschechoslowakei. Der größte Erfolg bei Europameisterschaften gelang im Jahr 1976 mit dem Titelgewinn, damals besiegte man die deutsche Nationalmannschaft im Elfmeterschießen und sicherte sich den bislang einzigen Triumph bei einer Europameisterschaft. Ansonsten stehen noch eine Finalniederlage 1996 nach Golden Goal (1:2 in England gegen Deutschland) und zwei dritte Plätze (1960 und 1980) zu Buche. Der letzte Auftritt 2008 in Österreich und der Schweiz ging vollkommen in die Hose (Aus in der Vorrunde), vier Jahre zuvor in Portugal schied man im Halbfinale gegen den späteren Sieger Griechenland in der Verlängerung durch ein Silver Goal aus.

EM 2012 Tschechien - was ist gut, was ist schlecht

Die Stärken:

Mit Petr Cech im Tor hat die tschechische Nationalelf einen bärenstarken Rückhalt im Kasten, der zuletzt vor allem in der Champions League gegen den FC Barcelona über sich hinauswuchs. Zudem ist die Mannschaft im Mittelfeld sehr gut eingespielt, da viele Akteure vom Spitzenklub Viktoria Pilsen kommen. Extra deshalb hat Coach Michal Bilek sein System von 4-2-2-2 auf 4-2-3-1 umgestellt, um die Akteure nicht aus der gewohnten Variante zu reißen.

Die Schwächen:

Die Spieleröffnung aus der Abwehr heraus ist mitunter mangelhaft, hier fehlt die Präzision und das Passspiel ist verbesserungswürdig. Die größte Baustelle allerdings hat Coach Michal Bilek wohl im Angriff, hier setzt er stur auf den in Tschechien enorm unbeliebten Milan Baros. Der Stürmer gilt als Diva, diskutiert häufig mit den Referees und spielt viel zu oft sehr schwach - absolutes Gift also für den Teamzusammenhalt, der enorm wichtig wäre bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Eine Alternative im Sturm wäre Tomas Pekhart, der in dieser Saison beim 1. FC Nürnberg überzeugen konnte und vom Charakter her weitaus einfacher ist als Altstar Milan Baros.

Euro 2012 Tschechien - der Kader

Tor:

Petr Cech (FC Chelsea London), Jaroslav Drobny (Hamburger SV) , Jan Lastuvka (Dnipro Dnipropetrovsk)

Abwehr:

Theodor Gebre Selassie (FC Slovan Liberec), Roman Hubník (Hertha BSC Berlin), Michal Kadlec (Bayer 04 Leverkusen), David Limbersky (FC Viktoria Pilsen), Tomás Sivok (Besiktas Istanbul), Marek Suchy (Spartak Moskau)

Mittelfeld:

Vladimír Darida (FC Viktoria Pilsen), Tomás Hübschman (Shakhtar Donetsk), Petr Jirácek (VfL Wolfsburg), Daniel Kolár (FC Viktoria Pilsen), Milan Petrzela (FC Viktoria Pilsen), Václav Pilar (FC Viktoria Pilsen), Jaroslav Plasil (FC Girondins Bordeaux), Frantisek Rajtoral (FC Viktoria Pilsen), Tomás Rosicky (FC Arsenal London)

Sturm:

Milan Baros (Galatasaray Istanbul), David Lafata (FK Jablonec), Tomás Necid (ZSKA Moskau), Tomás Pekhart (1. FC Nürnberg), Jan Rezek (Anorthosis Famagusta)

Die Turnierprognose

Keine Frage, die Tschechen werden es bei der Euro 2012 definitiv schwer haben. Es mangelt dem Kader an internationaler Klasse, besonders in der Defensive fehlt ein echter Abwehrchef, der den Laden zusammenhält - es dürfte wohl kaum für den Einzug ins Viertelfinale reichen. Insgesamt ist daher von Wetten auf Tschechien abzusehen, die goldenen Zeiten sind längst vorüber und es dürfte in diesem Sommer wohl eher wenig gehen bei den Kickern von Trainer Michal Bilek.

BettingExpert-Tipp: Tschechien muss nach der Vorrunde die Koffer packen

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