Italien bei der EM 2012

von Sebastian, bettingexpert.com | Bearbeitet

 

Auf die Italiener darf man sich bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine wirklich freuen, nach großer Tristesse bei den letzten beiden Turnieren sind die Südeuropäer in diesem Jahr wieder ein ernstzunehmender Gegner bei der Europameisterschaft. Das liegt vor allem an einem Mann, sein Name ist Cesare Prandelli. Der Nationaltrainer der italienischen Auswahl, der seit dem peinlichen Aus in der Vorrunde bei der WM 2010 in Südafrika die Geschicke der “Squadra Azzurra” führt, hat in den vergangenen beiden Jahren einen echten und längst fälligen Umbruch eingeleitet - weg von alternden Ex-Stars und hin zu jungen und erfolgshungrigen Spielern, die wieder etwas erreichen wollen. Doch ist die Mannschaft wirklich schon wieder stark genug, um im Konzert der ganz Großen mitzumischen? Lohnt es sich tatsächlich Wetten auf Italien abzuschließen und sein Geld auf die Kicker von Nationalcoach Prandelli zu setzen? Eine gute Frage, die wir für Dich einmal genauer erörtern möchten.

Italiens Weg durch die Qualifikation für die Euro 2012

Ganz wie man es von den Italienern eigentlich erwarten darf, sicherten sich die Schützlinge von Trainer Cesare Prandelli die Teilnahme am Turnier in Polen und der Ukraine im Stile einer absoluten Spitzenmannschaft. In der Qualifikationsgruppe C konnte sich die “Squadra Azzurra” nach zehn Begegnungen mit 26 Zählern und einem beeindruckenden Torverhältnis von 20:2 Treffern mehr als souverän gegen die anderen Teams aus Estland, Serbien, Slowenien, Nordirland und den Färöer-Inseln durchsetzen - insgesamt musste man lediglich zweimal die Punkte teilen (0:0 in Nordirland, 1:1 in Serbien). Eine beeindruckende Leistung der italienischen Auswahl also, die das WM-Desaster von Südafrika mehr als gut verdaut hat und sich besonders in der Defensive bärenstark präsentierte - nur zwei Gegentreffer waren der Spitzenwert aller teilnehmenden Mannschaften an der Qualifikation für die Euro 2012 in Polen und der Ukraine.

Die EM 2012 für Italien - Gruppenphase und Ausblick auf die K.o.-Runde

Italien wurde am 2. Dezember 2011 gemeinsam mit Spanien, Kroatien und Irland in die Vorrundengruppe C der EM-Endrunde gelost, insgesamt also eine durchaus machbare Aufgabe für die Truppe von Trainer Cesare Prandelli - zumindest der zweite Rang sollte mehr als nur im Bereich des Möglichen liegen. Nicht ganz glücklich für das Team der Italiener ist die Auslosung des Turnierauftakts, hier nämlich treffen die Kicker von Trainer Cesare Prandelli gleich zu Beginn auf den bärenstarken Titelverteidiger Spanien, gegen den mit einer Niederlage doch sehr zu rechnen ist. Die beiden anderen Partien dürften dagegen vermeintlich einfacher werden, allerdings könnte dem jungen Team dann das Nervengerüst unter Umständen einen Streich spielen - denn im Falle eines verlorenen ersten Spiels wäre man enorm unter Druck gegen Kroatien und Irland. Doch diese Annahmen sind zum jetzigen Zeitpunkt hypothetisch, Fakt ist, dass Italien absolut die Klasse für den Einzug ins Viertelfinale hat, in dem es zum Aufeinandertreffen mit den Teams aus der Gruppe D (Co-Gastgeber Ukraine, Schweden, England, Frankreich) kommen würde.

Bei Italien hat jetzt Cesare Prandelli das Sagen.

Bei Italien hat jetzt Cesare Prandelli das Sagen.

Italiens Spielplan:

Italien - Spanien (Sonntag, 10. Juni, 18.00 Uhr in Danzig)

Italien - Kroatien (Donnerstag, 14. Juni, 18.00 Uhr in Posen)

Italien - Irland (Montag, 18. Juni, 20.45 Uhr in Posen)

Zum gesamten EM-Spielplan 2012 (mit Wettquoten)

Italien bei der Euro - die EM-Auftritte in der Vergangenheit

Während sich die “Squadra Azzurra” bei Weltmeisterschaften (insgesamt vier Titel) stets stark präsentierte, ist die Ausbeute bei Europameisterschaften doch eher mäßig. Das Turnier in Polen und der Ukraine ist die mittlerweile achte Teilnahme der Italiener an einer EM-Endrunde, lediglich ein Triumph sprang dabei heraus - dieser allerdings liegt mittlerweile 44 Jahre zurück und datiert aus dem Jahre 1968 bei der EM im eigenen Land. Hier hatten die Italiener im Halbfinale enormes Glück, als sie nach einem 0:0 nach Verlängerung gegen die damalige Sowjetunion durch die damals noch praktizierte und höchst zweifelhafte Münzwurfentscheidung das Endspiel erreichten - das Elfmeterschießen war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erfunden. Außer dem Titelgewinn 1968 stehen für die italienische Auswahl keine großen Erfolge bei Europameisterschaften mehr zu Buche, 1980 und 1988 scheiterte man jeweils im Halbfinale. Es wäre also wieder einmal dringend an der Zeit für ein gutes Abschneiden der Italiener bei einer EM-Endrunde, demzufolge hat sich die Truppe von Trainer Cesare Prandelli auch richtig viel vorgenommen in Polen und der Ukraine.

EM 2012 Italien - was ist gut, was ist schlecht

Die Stärken:

Die Defensive um den viermaligen Welttorhüter Gianluigi Buffon gleicht einer fast uneinnehmbaren Festung und ist das Prunkstück der Italiener. Hinzu kommt, dass Cesare Prandelli in den letzten beiden Jahren die Formation auf ein 4-3-3-System umgestellt hat und die “Squadra Azzurra” mittlerweile auch nach vorne einiges zu bieten hat, die Mannschaft ist jung und hungrig und spielt zudem für italienische Verhältnisse richtig schönen Offensivfußball. Sturmführer Mario Balotelli ist der Star des Teams, er gehört zu den derzeit wahrscheinlich besten Angreifern der Welt und kann jeder Abwehr Probleme bereiten.

Die Schwächen:

Regisseur Andrea Pirlo ist zwar immer noch stark, allerdings mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Spannend dürfte auch sein, ob Cesare Prandelli den genialen Fußballer Mario Balotelli, der bei seinem Team Manchester City mittlerweile ausgemustert wurde, in den Griff bekommt oder ob das Enfant terrible wieder für Eskapaden sorgt. Besonders bitter für Italien: Der bärenstarke Angreifer Giuseppe Rossi vom FC Villarreal muss nach zwei Kreuzbandrissen zu Hause bleiben und hinterlässt eine große Lücke in der Offensive.

Euro 2012 Italien - der Kader

Tor:

Gianluigi Buffon (Juventus Turin), Morgan De Sanctis (SSC Neapel), Salvatore Sirigu (FC Paris Saint-Germain)

Abwehr:

Ignazio Abate (AC Mailand), Federico Balzaretti (US Palermo), Andrea Barzagli (Juventus Turin), Leonardo Bonucci (Juventus Turin), Giorgio Chiellini (Juventus Turin), Christian Maggio (SSC Neapel), Angelo Ogbonna (FC Turin)

Mittelfeld:

Daniele De Rossi (AS Rom), Alessandro Diamanti (FC Bologna), Emanuele Giaccherini (Juventus Turin), Claudio Marchisio (Juventus Turin), Riccardo Montolivo (AC Florenz), Thiago Motta (FC Paris Saint-Germain), Antonio Nocerino (AC Mailand), Andrea Pirlo (Juventus Turin)

Sturm:

Mario Balotelli (Manchester City), Fabio Borini (AS Rom), Antonio Cassano (AC Mailand), Antonio Di Natale (Udinese Calcio), Sebastian Giovinco (FC Parma)

Die Turnierprognose

Die Mannschaft des Titelträgers von 1968 gehört definitiv zum erweiterten Favoritenkreis, allerdings dürfte es zu einem erneuten Triumph bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine wohl eher nicht reichen. Denn dafür fehlt es dem Team aus Italien doch noch etwas an spielerischer Qualität im Vergleich zu den Favoriten Deutschland und Spanien, eine gute Zukunft allerdings ist der “Squadra Azzurra” gewiss. Obgleich es mit dem Titelgewinn nichts werden dürfte, sind Wetten auf Italien bei der EM 2012 mit Sicherheit nicht die falsche Wahl - das Halbfinale sollte für die Kicker von Trainer Cesare Prandelli doch definitiv möglich sein.

BettingExpert-Tipp: Italien scheitert im Halbfinale, möglicherweise sogar an Deutschland

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