Frankreich bei der EM 2012

von Sebastian, bettingexpert.com | Bearbeitet

 

Auf die Franzosen darf man beim Turnier in Polen und der Ukraine enorm gespannt sein, die “Équipe Tricolore” ist nach dem blamablen Auftritt bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wieder zurück in der Erfolgsspur. Zu verdanken ist diese Tatsache einem Mann, der zur Blütezeit des französischen Fußballs die Abwehr zusammenhielt: Laurent Blanc. Der ehemalige Chef der Defensivabteilung der Nationalmannschaft, der im Jahr 1998 im eigenen Land die Franzosen zum Weltmeistertitel führte, hat das Team nach dem Skandal bei der WM 2010 umgebaut und wieder in die Spur zurückgebracht. Doch sind die Kicker Frankreichs bereits stark genug, um bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine zu brillieren? Lohnt es sich wirklich auf “les Bleus” zu wetten und sein Geld auf die Schützlinge von Laurent Blanc zu setzen? Eine gute Frage, der wir einmal genauer auf den Grund gehen möchten.

Frankreichs Weg durch die Qualifikation für die Euro 2012

Eines kann man gleich von Beginn an sagen, souverän war die Qualifikation der Franzosen in der Gruppe D keineswegs. Denn insgesamt holte die Truppe von Laurent Blanc gegen die keinesfalls starken Gegner Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Weißrussland, Albanien und Luxemburg lediglich 21 der 30 möglichen Punkte und blieb mit einem Torverhältnis von 15:4 Treffern besonders in der Offensive einiges schuldig. Letztlich konnte man sich zwar mit sechs Erfolgen, drei Unentschieden (1:1 in Weißrussland, 0:0 in Rumänien, 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina) und einer Niederlage (0:1 zu Hause gegen Weißrussland) knapp mit einem Zähler Vorsprung auf Bosnien-Herzegowina durchsetzen und sich so den Umweg über die Play-offs ersparen, überzeugend allerdings waren die Leistungen der französischen Kicker fast nie. Dementsprechend enttäuscht waren natürlich auch die fußballverrückten Fans in der Heimat, wenngleich sich zuletzt Besserung andeutete und ein Freundschaftsspiel im Februar mit 2:1 bei Turnierfavorit Deutschland gewonnen werden konnte.

Die EM 2012 für Frankreich - Gruppenphase und Ausblick auf die K.o.-Runde

Die Truppe von Nationaltrainer Laurent Blanc, der den Kader im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2010 doch grundlegend verjüngt und umgebaut hat, trifft in der Vorrunde beim Turnier in Polen und der Ukraine in der Gruppe D auf Co-Gastgeber Ukraine, Schweden und England. Keine ganz einfache Aufgabe für die Franzosen, allerdings ist das Programm doch durchaus machbar für die Kicker von Coach Laurent Blanc. Denn weder Gastgeber Ukraine noch die Teams aus Schweden und England sollten den Franzosen jetzt wirkliche Angst einflößen, der Einzug ins Viertelfinale dürfte doch im Bereich des Möglichen liegen. Sollte es mit dem Sprung in die Runde der besten acht Teams tatsächlich klappen, dann würden die Kicker Frankreichs auf die Mannschaften der Gruppe C (Spanien, Italien, Kroatien, Irland) treffen - es könnte also zu einem Spitzenspiel mit dem Titelverteidiger kommen.

Unter Laurent Blanc konnte Frankreich eine ansprechende Wende einleiten nach dem WM-Debakel von 2010.

Unter Laurent Blanc konnte Frankreich eine ansprechende Wende einleiten nach dem WM-Debakel von 2010.

Frankreichs Spielplan

Frankreich - England (Montag, 11. Juni, 18.00 Uhr in Donezk)

Frankreich - Ukraine (Freitag, 15. Juni, 18.00 Uhr in Donezk)

Frankreich - Schweden (Dienstag, 19. Juni, 20.45 Uhr in Kiew)

Zum gesamten EM-Spielplan 2012 (mit Wettquoten)

Frankreich bei der Euro 2012 - die bisherigen EM-Auftritte

Für die französische Auswahl ist das Turnier in Polen und der Ukraine mittlerweile die achte Teilnahme an einer EM-Endrunde, bereits zwei Titel sprangen für die “Équipe Tricolore” schon bei Europameisterschaften heraus (1984 ein 2:0 gegen Spanien und 2000 ein 2:1 nach Golden Goal gegen Italien). Hinzu kommen noch zwei weitere Auftritte in Halbfinalen, die allerdings jeweils knapp verloren wurden (1960 gegen Jugoslawien und 1996 gegen Tschechien). Insgesamt gesehen muss man jedoch sagen, dass die Franzosen mit zwei Titelgewinnen bei Europameisterschaften doch recht erfolgreich waren und gemeinsam mit Spanien auf dem zweiten Platz in der ewigen Siegerliste hinter Rekordchampion Deutschland (3 Titel) liegen.

EM 2012 Frankreich - was ist gut, was ist schlecht

Die Stärken:

Defensiv ließ die Mannschaft in der Qualifikation kaum etwas zu, das ist vor allem Torhüter Hugo Lloris zu verdanken. Der Keeper von Olympique Lyon gehört zu den Besten seines Fachs in Europa und hält den Laden hinten zusammen. Stark ist auch die Flügelzange der Franzosen mit Franck Ribéry und Samir Nasri, vorne ist Torjäger Karim Benzema von Real Madrid gesetzt und in wahnsinnig guter Verfassung. An einem guten Tag können die Franzosen jedes Team der Welt in Bedrängnis bringen.

Die Schwächen:

In der Qualifikation mangelte es im Spiel nach vorne an der nötigen Präzision, insgesamt wurden viel zu wenig Treffer erzielt. Auch ist durchaus fraglich, ob die bislang nicht wirklich geforderte Abwehr gegen richtig gute Offensivreihen bestehen kann. Ebenso bitter: Linksverteidiger Éric Abidal, Leistungsträger und Spaßvogel der Mannschaft, fehlt nach seiner Lebertransplantation bei der EM 2012 und muss um die Fortsetzung seiner Karriere bangen - ein herber Verlust für die Franzosen, sowohl qualitativ als auch menschlich.

Euro 2012 Frankreich - der Kader

Tor:

Cédric Carrasso (FC Girondins Bordeaux), Hugo Lloris (Olympique Lyon), Steve Mandanda (Olympique Marseille)

Abwehr:

Gael Clichy (Manchester City), Mathieu Debuchy (OSC Lille), Patrice Evra (Manchester United), Laurent Koscielny (FC Arsenal London), Philippe Mexès (AC Mailand), Adil Rami (FC Valencia), Anthony Réveillère (Olympique Lyon)

Mittelfeld:

Yohan Cabaye (Newcastle United), Alou Diarra (Olympique Marseille), Florent Malouda (FC Chelsea London), Marvin Martin (FC Sochaux-Montbéliard), Blaise Matuidi (Paris St. Germain), Yann M'Vila (FC Stade Rennes), Samir Nasri (Manchester City)

Sturm:

Hatem Ben Arfa (Newcastle United), Karim Benzema (Real Madrid), Olivier Giroud (HSC Montpellier), Jérémy Menez (Paris St. Germain), Franck Ribéry (FC Bayern München), Mathieu Valbuena (Olympique Marseille)

Die Turnierprognose

Frankreich dürfte wohl die Klasse haben und die Gruppenphase überstehen, viel weiter als das Viertelfinale allerdings dürfte es für “les Bleus” wohl nicht gehen. Denn insgesamt fehlt es dem Team von Nationaltrainer Laurent Blanc im Vergleich zu den Favoriten Spanien und Deutschland doch an der nötigen Qualität, um im Kampf um den Titel vielleicht unter Umständen ein Wörtchen mitreden zu können. Letztlich muss man feststellen, dass Wetten auf die Franzosen nur in der Vorrunde sinnvoll sind, spätestens in der Runde der besten acht Teams dürfte es für die “Équipe Tricolore” dann mit der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wohl vorbei sein.

BettingExpert-Tipp: Frankreich muss nach dem Viertelfinale die Koffer packen

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