Bayer 04 Leverkusen - VfB Stuttgart
von Joachim, BettingExpert.com | Veröffentlicht
Am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga kommt es am Samstagnachmittag in der BayArena zum Duell zwischen dem aktuellen Tabellensechsten Bayer 04 Leverkusen und dem VfB Stuttgart, der derzeit nur auf einem enttäuschenden zehnten Rang zu finden ist. Während die Hausherren mit vier Zählern mehr als ordentlich aus den Startlöchern gekommen sind, ist bei den Gästen nach zwei Partien und null Punkten im Jahr 2012 Tristesse angesagt - das Team von Trainer Bruno Labbadia ist die schlechteste Rückrundenmannschaft der höchsten deutschen Spielklasse.
Das schmeckt den Verantwortlichen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt natürlich überhaupt nicht, schließlich sollte in der zweiten Saisonhälfte die Aufholjagd auf das internationale Geschäft erfolgen und ein spielerischer Fortschritt im Vergleich zu den Begegnungen vor der Winterpause erkennbar werden.
Beim VfB Stuttgart hat man nach nur zwei Spieltagen in der Rückrunde der Spielzeit 2011/2012 genau das, was man unbedingt vermeiden wollte - nämlich eine Trainerdiskussion unter den Fans. Denn nach den beiden erbärmlichen Auftritten beim FC Schalke 04 und vor allem am vergangenen Wochenende vor heimischer Kulisse gegen Borussia Mönchengladbach, steht längst nicht mehr jeder Anhänger der Schwaben hinter Coach Bruno Labbadia, der nach zuletzt zehn Partien in der Bundesliga mit nur einem einzigen Sieg längst nicht mehr fest im Sattel sitzt und dringend positive Ergebnisse braucht. Klar ist, dass es jetzt unbedingt aufwärts gehen muss, ansonsten gerät man bei den noch ruhigen Stuttgartern irgendwann gewaltig unter Zugzwang - eigentlich nämlich wollen die Verantwortlichen des VfB den bei den Spielern beliebten Trainer unbedingt halten und endlich auch einmal etwas gegen das Image, mindestens einmal pro Jahr den Coach zu wechseln, anwirken. Und auch Labbadia ist sehr daran interessiert, dass die Zusammenarbeit länger andauert und er den ihm anhaftenden Ruf, bei jedem Klub lediglich ein gutes halbes Jahr zu haben, endlich abstreifen kann. Beiden Seiten sind also daran interessiert, die ernste Lage in den Griff zu bekommen, dafür müssen jetzt allerdings dringend Erfolge her - möglichst schon am Samstagnachmittag bei Labbadias ehemaligem Verein Bayer 04 Leverkusen. Und der Stuttgarter Coach ist fest entschlossen in der BayArena das Ruder herumzureißen, er wird voraussichtlich seine Taktik von einem 4-2-3-1 zu einem 4-2-2-2 verändern - eine Maßnahme, die viele Experten nach der Verpflichtung von Strafraumstürmer Vedad Ibisevic bereits gegen Borussia Mönchengladbach erwartet hatten. Leidtragender dieses Systemwechsels wird aller Wahrscheinlichkeit nach der defensive Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic sein, der seinen Platz auf der Doppelsechs an den nach hinten rückenden Ungarn Tamás Hajnal verliert, da dieser das Spiel der Schwaben besser ankurbeln kann. Ebenso wie der Serbe Zdravko Kuzmanovic fällt auch der junge Außenverteidiger Antonio Rüdiger wieder aus der Startelf, neu ins Team kommen wohl der Japaner Shinji Okazaki und der wiedergenesene Khalid Boulahrouz.
Was wäre in Leverkusen eine Woche ohne Streitereien um Mittelfeldstar Michael Ballack? Für die Verantwortlichen wohl weitaus mehr wert als sieben Tage Strandurlaub ohne Alltagsstress. Zuletzt gab es erneut Stunk um Ballacks Reservistenrolle beim Match in Bremen, mittlerweile hat der einstige Kapitän der Nationalmannschaft wirklich alle seine Fürsprecher vergrault und sich einen würdigen Abgang von der Fußballbühne wohl endgültig verbaut. Denn nachdem Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Verpflichtung von Michael Ballack vor einigen Tagen als schweren Fehler darstellte, kam es jetzt auch zum Bruch mit Sportdirektor Rudi Völler, der ebenfalls nicht mehr hinter dem Mittelfeldspieler steht und ihn zuletzt hart kritisierte. Doch der Ärger um Michael Ballack hatte auch seine gute Seite, der etwas unter Druck geratene Trainer Robin Dutt, der den Verein noch nicht wie erhofft voranbringen konnte, geriet vollkommen aus der Schusslinie und konnte sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren - mit Erfolg, wie der gute Rückrundenstart beweist. Denn mit den vier Punkten aus den ersten beiden Partien ist die Bayer-Truppe in der Rangliste der zweiten Saisonhälfte Tabellenvierter, mit einem weiteren Heimsieg gegen den VfB Stuttgart könnte der nahezu perfekte Start abgerundet werden. Im Vergleich zum Remis in Bremen wird es nach der guten Vorstellung wohl auch nur eine Veränderung in der Startformation von Robin Dutt geben, der junge Rechtsverteidiger Danny da Costa muss für den kroatischen Neuzugang Vedran Corluka weichen, der von Tottenham Hotspur bis zum Saisonende ausgeliehen wurde und für mehr Gefahr über die Flügel sorgen soll.
Voraussichtliche Aufstellungen:
Bayer 04 Leverkusen:
Leno - Corluka, Schwaab, Friedrich, Kadlec - Reinartz, Bender - Castro, Rolfes, Schürrle - Kießling
Es fehlen:
Adler, Barnetta
VfB Stuttgart:
Ulreich - Boulahrouz, Maza, Tasci, Molinaro - Kvist, Hajnal - Okazaki, Harnik - Cacau, Ibisevic
Es fehlen:
Audel, Bah, Traoré, Delpierre, Boka, Gebhart
Prognose:
65 Begegnungen gab es bislang in der Fußball-Bundesliga zwischen den beiden Mannschaften, in der Gesamtbilanz führen die Leverkusener mit 27 Siegen bei 22 Niederlagen nur knapp. Trotzdem gehen die Gastgeber am Samstagnachmittag natürlich als klar favorisiertes Team in die Begegnung, die Truppe von Trainer Robin Dutt ist derzeit einfach deutlich besser in Fahrt und hat nach dem guten Start in die zweite Saisonhälfte ein enorm hohes Selbstvertrauen. Auch die Bilanz der letzten Begegnungen in Leverkusen fällt für die Schwaben eher ernüchternd aus, nur eine der vergangenen acht Partien konnten die Stuttgarter auswärts bei der Werkself gewinnen. Am Samstagnachmittag werden die Hausherren als klarer Sieger vom Feld gehen, ein überragender André Schürrle wird die Gastgeber mit einem Doppelpack zu den drei Punkten führen. Während die Leverkusener damit weiterhin in der Rückrunde ungeschlagen bleiben, geht die Stuttgarter Talfahrt nach wie vor rasant bergab - wenn die Schwaben nicht schleunigst die Bremse finden, dann droht wie im Vorjahr bald der Abstiegskampf.
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