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SV Werder Bremen – Bayer 04 Leverkusen

von Joachim, BettingExpert.com | Veröffentlicht

Im Rahmen des 19. Spieltages der Fußball-Bundesliga treffen am Samstagnachmittag im Weserstadion zwei Tabellennachbarn aufeinander, die um den Anschluss an die Champions-League-Plätze kämpfen - die Rede ist vom Duell zwischen dem aktuellen Fünften SV Werder Bremen und dem derzeitigen Tabellensechsten Bayer 04 Leverkusen. Beide Mannschaften liegen momentan klar auf Kurs Richtung Europa League, der Gewinner dieses Aufeinandertreffens darf sich zudem als erster Verfolger des Spitzenquartetts der höchsten deutschen Spielklasse aufmachen.

SV Werder Bremen – Bayer 04 Leverkusen

Wir tippen auf ein Unentschieden, und darauf, dass Dutt dabei herumbrüllen wird.

Für Hochspannung ist vor diesem Match also allein schon aufgrund der Tabellenkonstellation gesorgt, für beide Teams darf in dieser Begegnung nur ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten zählen.

Beim SV Werder Bremen brennt es im Abwehrzentrum derzeit lichterloh, die Innenverteidigung gleicht aktuell einem Trümmerhaufen. Der brasilianische Abwehrchef Naldo ist mit einem Außenbandanriss nach wie vor verletzt, der Österreicher Sebastian Prödl fehlt nach einer Operation aufgrund eines brutalen Fouls am letzten Spieltag ebenfalls und Andreas Wolf wurde auf eigenen Wunsch an den AS Monaco verkauft. Zwar konnte mit dem jungen Schweizer Nationalspieler Francois Affolter unter der Woche auch ein Mann für das Abwehrzentrum von Young Boys Bern an die Weser gelotst werden, allerdings wird Coach Thomas Schaaf den 20-jährigen Innenverteidiger höchstwahrscheinlich nicht direkt ins kalte Wasser werfen und ihn erst langsam an das Spieltempo der Fußball-Bundesliga heranführen. Der langjährige Werder-Coach muss sich also etwas einfallen lassen, die wahrscheinlichste Variante dürfte eine Viererkette mit Kapitän Clemens Fritz, Sokratis Papastathopoulos, Mikael Silvestre und Florian Hartherz sein, der sein Debüt auf der linken Abwehrseite feiern dürfte und dort den gesperrten Lukas Schmitz ersetzen könnte. Noch allerdings ist sich Trainer Schaaf nicht hundertprozentig sicher, gut möglich auch, dass er sich kurzfristig doch für einen Einsatz von Francois Affolter entscheidet – angesichts der angeschlagenen Defensivabteilung wäre auch diese Maßnahme durchaus denkbar und absolut vertretbar. Unverändert hingegen bleibt auch gegen Bayer 04 Leverkusen die Offensive, in der der bislang nur selten überzeugende Neuzugang Mehmet Ekici hinter den beiden gesetzten Spitzen Markus Rosenberg und Claudio Pizarro Regie führt und das Bremer Angriffstempo vorgeben soll. Alles in allem allerdings muss man zugeben, dass Coach Thomas Schaaf bei seinem Job derzeit absolut nicht zu beneiden ist, angesichts der vielen Ausfälle eine Startelf zu formen, dürfte den langjährigen Trainer eine ganze Menge Nerven gekostet haben.

Personell gesehen sieht es bei Bayer 04 Leverkusen deutlich besser aus als beim SV Werder Bremen, dafür hat dort Trainer Robin Dutt ganz andere Probleme. Der Coach, der erst im Sommer vom SC Freiburg zur Werkself wechselte und mit dem endlich die Meisterschaft gelingen sollte, ringt rund ein halbes Jahr nach seiner Verpflichtung weiter um Anerkennung und steht mit dem Rücken zur Wand. Denn der Erfolgsdruck auf Dutt ist in Leverkusen wahrlich sehr hoch, vor allem nachdem er sich in den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit doch schon sehr viel hat zuschulden kommen lassen und der Klub auch in der Tabelle nicht wie erwünscht dasteht. Da war beispielsweise die wochenlange Debatte um Michael Ballack und Simon Rolfes, die Dutt partout nicht gemeinsam in der Startformation einsetzen wollte, dann allerdings zurückruderte und sich so schon zu Saisonbeginn viele Sympathien der Fans und auch seine Glaubwürdigkeit verspielte. Oder aber die Tatsache, dass der Leverkusener Coach seine mächtigsten Schützlinge im Oktober angeblich gebeten haben soll, das angespannte Verhältnis zwischen Dutt und der Mannschaft in der Öffentlichkeit doch positiv darzustellen, was allerdings unter Verweis auf Heuchelei von den Anführern abgelehnt wurde. Zuletzt gab es Unverständnis bei der Personalie Hanno Balitsch, der trotz der häufigen Bekundungen seiner Wichtigkeit für das Team von Trainer Dutt ohne Not den Laufpass bekam und im Winter nach Nürnberg abgeschoben wurde – in der Mannschaft kam der Rauswurf des beliebten Mittelfeldspielers gar nicht gut an. Der Baum brennt also richtig bei Bayer 04 Leverkusen, viel Kredit hat Sunnyboy Robin Dutt, der Probleme gerne weglächelt anstatt sie anzugehen, sowohl bei den Fans als auch bei der Vereinsführung nicht mehr. Ein Sieg in Bremen und der damit verbundene optimale Start in die Rückrunde wäre da natürlich Gold wert, einfach allerdings dürfte die Aufgabe im Bremer Weserstadion trotz der langen Verletztenliste der Gastgeber nicht werden. Im Vergleich zum Erfolg gegen den FSV Mainz 05 dürfte es wohl lediglich eine Veränderung in der Anfangself geben, für Michael Ballack wird wahrscheinlich Stefan Kießling als hängende Spitze beginnen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

SV Werder Bremen:

Wiese – Fritz, Sokratis, Silvestre (Affolter), Hartherz – Bargfrede – Ignjovski, Trybull – Ekici – Pizarro, Rosenberg

Es fehlen:

Naldo, Prödl, Schmitz, Mielitz, Borowski, Hunt, Avdic

Bayer 04 Leverkusen:

Leno – da Costa, Schwaab, Friedrich, Kadlec – Bender, Reinartz – Castro, Kießling, Schürrle – Derdiyok

Es fehlen:

Adler, Sam, Renato Augusto, Barnetta

Prognose:

Insgesamt gab es bislang zwischen beiden Mannschaften 63 Begegnungen in der höchsten deutschen Spielklasse, der SV Werder Bremen hat dabei mit 22 Siegen und lediglich 15 Niederlagen die deutlich bessere Bilanz. Trotzdem sind die Bayer-Kicker so etwas wie der Angstgegner der Norddeutschen, zumindest in der jüngeren Vergangenheit fand die Truppe von Trainer Thomas Schaaf häufig kein Mittel gegen die Leverkusener und ist seit mittlerweile sieben Partien ohne Erfolg. Dies dürfte sich auch am Samstagnachmittag nicht ändern, die Gastgeber haben einfach viel zu viele Ausfälle zu verkraften, um die Gäste ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Da allerdings auch die Leverkusener alles andere als in Topform sind, wird das Verfolgerduell im Kampf um die Königsklasse mit einem leistungsgerechten Remis enden – eine Punkteteilung, die jedoch keinem der beiden Teams wirklich weiterhilft, da ein Zähler in dieser Situation für beide Vereine einfach viel zu wenig ist.




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