VfB Stuttgart - 1. FC Kaiserslautern
von Joachim, bettingexpert.com | Veröffentlicht
Im Auftaktspiel des 25. Spieltages der Fußball-Bundesliga trifft der Tabellensiebte VfB Stuttgart am Freitagabend auf Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern, gespielt wird die Partie wie gewohnt in der Mercedes-Benz-Arena in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Es ist zumindest auf dem Papier und vom Stand her eine enorm ungleiche Begegnung, während die Gäste in der Rückrunde nach wie vor ohne Sieg sind und dem Abstieg in die Zweitklassigkeit entgegentaumeln, präsentierten sich die Schwaben zuletzt in torhungriger Verfassung und stellen nach sieben Spieltagen der zweiten Saisonhälfte sensationell den stärksten Angriff aller 18 Teams - der vor dieser Spielzeit angestrebte Platz im europäischen Wettbewerb ist mittlerweile längst keine Utopie mehr.
Für Trainer Bruno Labbadia ist die ganze Situation beim VfB Stuttgart derzeit nicht einfach, ein Blick auf die Zahlen der Rückrunde beweisen den Zwiespalt des Hauptverantwortlichen der Schwaben an der Seitenlinie. In der zweiten Saisonhälfte stellen die Kicker vom Neckar zwar mit 18 Treffern in sieben Begegnungen den besten Angriff, allerdings wurde dafür auch die Defensive stark vernachlässigt - bereits 13 Gegentore im Jahr 2012 sprechen Bände, nur Hertha BSC Berlin und der Hamburger SV sind in der Rückrunde hinten noch anfälliger. Auch wenn Coach Bruno Labbadia das schlampige Abwehrverhalten seiner Truppe momentan durchaus gewaltig stört und es seiner Ansicht nach weiterhin viel Arbeit gibt, insgesamt kann er mit der Rückrunde seiner Mannschaft doch halbwegs zufrieden sein, schließlich ist die Europa League wieder greifbar nah. Zu verdanken haben die Stuttgarter diese Tatsache vor allem ihrer Offensivabteilung um die beiden Außenstürmer Martin Harnik und Shinji Okazaki sowie Neuverpflichtung Vedad Ibisevic im Angriffszentrum. Das Trio erinnert auf dem Wasen an das legendäre magische Dreieck mit Fredi Bobic, Krassimir Balakov und Giovane Elber, das einst die Fans mit Toren am Fließband verzückte und für Fußballfreude pur in Baden-Württemberg sorgte. Und die Zahlen der zweiten Saisonhälfte belegen, dass ein solcher Vergleich absolut nicht unangemessen ist, immerhin war das Trio im Jahr 2012 an sensationellen 17 der 18 Rückrundentreffer direkt beteiligt - eine unfassbare Quote für die neue Wunderwaffe der Schwaben. Den Stuttgarter Verantwortlichen ist mit der Verpflichtung von Vedad Ibisevic wirklich ein absoluter Glücksgriff gelungen, der Bosnier ist im Zentrum nicht nur torgefährlich, sondern er kann Bälle auch halten und an seine Mitspieler verteilen. Im Vergleich zum lockeren 4:0-Auswärtssieg am vergangenen Spieltag beim Hamburger SV wird Trainer Bruno Labbadia seine Startformation nicht verändern, angesichts der starken Form seiner Mannschaft hat er aktuell auch absolut keinen Grund dazu.
Auswärts zu schwach, im eigenen Stadion katastrophal und im Angriff so harmlos wie eine Schülermannschaft - so lässt sich die bisherige Saison des 1. FC Kaiserslautern in der Fußball-Bundesliga wohl kurz und knapp zusammenfassen. Lediglich die Abwehr ist mit viel Wohlwollen noch etwas hervorzuheben, wenngleich natürlich auch die 32 Gegentreffer nach 24 Partien nur Mittelmaß in der höchsten deutschen Spielklasse sind und damit kein Blumentopf zu gewinnen ist. Das Team von Trainer Marco Kurz ist also auf dem besten Wege in Richtung Abstieg, der Coach der “Roten Teufel” ist derzeit um seinen Arbeitsplatz wahrlich nicht zu beneiden. Das Hauptproblem in dieser Saison ist die Tatsache, dass der abgewanderte Goalgetter Srdjan Lakic nicht adäquat ersetzt werden konnte und den Stürmern in dieser Spielzeit die Seuche an den Fußballschuhen klebt. Ein Blick auf die Statistiken der Lauterer Angreifer belegt die verheerenden Zahlen, zum einen wurden alle drei Rückrundentreffer von Defensivspielern erzielt und zum anderen ist der Israeli Itay Shechter mit gerade einmal drei mageren Saisontreffern der torgefährlichste Spieler der Kicker vom einstmals legendären Betzenberg. Coach Marco Kurz, der zuletzt mit seinem Latein immer mehr am Ende wirkte, wird es am Freitagabend wohl erneut mit der Aufstellung versuchen, die am vergangenen Wochenende vor heimischer Kulisse ein torloses Remis gegen den VfL Wolfsburg erringen konnte. Zwar hätte der Trainer des 1. FC Kaiserslautern mehr als genügend Gründe für Veränderungen in der Anfangsformation, es fehlen ihm jedoch die Alternativen - man kann schon durchaus etwas Mitleid mit Marco Kurz haben, wenngleich er natürlich auch für die Zusammenstellung des Kaders mitverantwortlich ist.
Voraussichtliche Aufstellungen:
VfB Stuttgart:
Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Sakai - Kvist, Kuzmanovic - Okazaki, Hajnal, Harnik - Ibisevic
Es fehlen:
Celozzi, Delpierre, Audel, Bah, Traoré
1. FC Kaiserslautern:
Sippel - Dick, Simunek, Abel, Jessen - Borysiuk, De Wit - Sukuta-Pasu, Tiffert, Derstroff - Wagner
Es fehlen:
Bugera, Lucas, Kouemaha
Prognose:
In 83 Begegnungen trafen die beiden Mannschaften in der Fußball-Bundesliga insgesamt aufeinander, der VfB Stuttgart hat hier ganz eindeutig mit 37 Siegen bei 29 Niederlagen die Nase vorn. Auch in dieser Partie gelten die Schwaben selbstverständlich als favorisiertes Team, angesichts der katastrophalen Form der Gäste aus Kaiserslautern ist dies auch absolut nicht überraschend. Es wird nach zuletzt zwei torreichen Heimerfolgen der Stuttgarter mit einem 5:0 gegen Hertha BSC Berlin und einem 4:1 gegen den SC Freiburg erneut eine Offensivgala der Hausherren werden, die allein in der Rückrunde mehr Treffer erzielen konnten als die Gäste in der gesamten Saison. Letztlich wird die Truppe von Trainer Bruno Labbadia drei niemals gefährdete Punkte souverän einfahren und sich weiter in Richtung Europa League orientieren, bei den “Roten Teufeln” hingegen gehen so langsam aber sicher die Lichter aus und man muss sich ernsthaft mit dem Thema Zweitklassigkeit auseinandersetzen.
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