Diese Website enthält kommerzielle Inhalte

Fortgeschrittene Wett-Theorie

Wie du die Buchmachermarge berechnest


Die Buchmachermarge hat viele Namen, jedenfalls auf Englisch: Vig, Take, Percentage, Cut, Commission. Das Prinzip ist ähnlich zum Rake im Poker oder dem Hausvorteil bei Casinospielen: Es ist der Anteil, den der Buchmacher von den Wettquoten abzieht, um sein Einkommen zu erwirtschaften - im Idealfall unabhängig vom Spielausgang.


Und das ganze variiert von Buchmacher zu Buchmacher, sogar von Event zu Event, mit Buchmachern, die besondere 'reduzierte Margen' auf spezielle Ligen oder Wettbewerbe anbieten. Um die Wettenden zu überzeugen, bieten sie sogar höhere Wettquoten als die konkurrierenden Buchmacher an.

Aber was genau ist die Buchmachermarge? Wie berechnen wir sie?

Was ist eine Buchmachermarge?

Es gibt die Ansicht, dass die Wettquoten, die Buchmacher anbieten, ihre Meinung darüber wiedergeben, wer einen bestimmten Wettstreit gewinnen wird und folglich die Buchmacher in allen Wettbewerben einen bevorzugten Gewinner haben. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Ja, Buchmacher mögen in jedem Wettkampf einen bevorzugten Sieger haben. Ganz sicher jedoch nicht, weil sie eine Seite favorisieren, während sie die Quoten erstellen. Risikofreudigkeit ist das letzte, was Buchmacher ausmacht.

Wenn Buchmacher Quoten erstellen, dann unter der Prämisse, möglichst viele Wettende für alle Marktvarianten zu gewinnen und die mögliche Belastung für alle Wettausgänge auszugleichen.

Wenn aber die Belastung der Buchmacher für alle möglichen Ereignisse ausgewogen ist, wie machen sie dann Profit? Die Antwort ist natürlich die Buchmachermarge.

Sobald die eigenen Verbindlichkeiten durch die Wettquoten ausgeglichen sind, nehmen sich die Buchmacher ein Stück des gesamten Values der Quoten, die sie anbieten - den Buchmacher-Profit, oder auch die Kommission, auch bekannt als theoretischen Rückbehalt.

Mit anderen Worten: Die Marge ist der prozentuale Anteil des durch die Wettgemeinschaft eingesetzten Geldes, den die Buchmacher einbehalten, wenn sie ihre Verpflichtung richtig aufgeteilt haben. Und auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Buchmacher die perfekte Balance zwischen den Ereignisausgängen schaffen, können sie sich dank der breiten Spanne an Wettmärkten, die sie anbieten, sicher sein, dass sie am Ende bei einer ausgeglichenen Bilanz landen und etwas vom Geld der Wettenden einbehalten.

Der 100%-Markt

Was wäre ein Beispiel für einen solchen Markt? Nun ja, das deutlichste Beispiel wäre ein sogenanntes 'even-money' (ausgeglichenes) Ereignis anzubieten. Der Buchmacher schätzt hier, dass beide Seiten des Marktes die gleiche Aufmerksamkeit eines Wett-Publikums auf sich ziehen, das wiederum davon ausgeht, dass die Wahrscheinlichkeiten jeweils bei 50% liegen.

Also nehmen wir einmal das Beispiel eines Münzwurfes. Wir können annehmen, dass nach einer möglichst hohen Anzahl an Würfen die Wahrscheinlichkeit für Kopf und Zahl bei jeweils 50% liegt. Wenn nun der Markt ohne Marge angeboten würde, stünden die Quoten bei 2.00 sowohl auf Kopf, als auch auf Zahl. Du müsstest also 1.00 Einheit setzen, um 1.00 zu gewinnen.

Das ist es, was man meint, wenn man von einem '100% Markt' oder 'fairen Quoten' spricht. Anders gesagt erhältst du den gesamten Value auf deinen Return. Aber Buchmacher wollen natürlich ihren Anteil. Darum bieten sie uns alles zwischen 1.85 und 1.99 als 'even money' an. Sie nehmen sich ihren Prozentsatz. So läuft das Geschäft.

Schätze den Markt ein

Wie schon einmal erwähnt, ist ein 100%iger Markt, einer, auf dem 'faire Quoten' angeboten werden. Weder der Buchmacher, noch die Wettenden sind auf diesem Markt im Vorteil. Wenn der Markt unter 100% liegt, ist der Vorteil auf Seiten der Punter, da der Value im Markt größer ist, als die Wahrscheinlichkeit der möglichen Ergebnisausgänge.

Wenn auf der anderen Seite der Markt über 100% liegt, wie es normalerweise der Fall ist, bedeutet das, dass der Value des Marktes geringer ist.

Wie berechnen wir also die Kommission? Nun ja, die Rechnung ist sehr einfach.

Zuerst müssen wir die Dezimalquoten in die Wahrscheinlichkeiten umrechnen, die sie repräsentieren.

Nehmen wir also als Beispiel die Quote von 1.65. Wir rechnen die Quote einfach um, indem wir 1 durch die Quote von 1.65 teilen. Das Ergebnis ist 0.606.

Das gleiche machen wir für jeden möglichen Ergebnisausgang und addieren die Einzelergebnisse. Nach Multiplikation mit 100 erhalten wir den Prozentsatz für den Markt, auch bekannt als Quotenschlüssel (englisch: 'Overround').

Nehmen wir ein Fußballspiel mit 3 möglichen Ergebnisausgängen - Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg.

Heimsieg Wettquote: 2.00
Auswärtssieg Wettquote: 3.90
Unenschieden Wettquote: 3.50

Wir rechnen um und erhalten:

Wahrscheinlichkeit Heimsieg 1 / 2.00 = 0.500
Wahrscheinlichkeit Auswärtssieg 1 / 3.90 = 0.256
Wahrscheinlichkeit Unentschieden: 1 / 3.50 = 0.286
Gesamt = 1.042
Quotenschlüssel = 104.2%

Die Marge berechnen

Es gibt eine Menge Möglichkeiten Kommissionen für spezifische Quoten zu berechnen. Eine sehr beliebte ist die folgende:

(1 - (1 geteilt durch den Quotenschlüssel)) multipliziert mit 100

 

Sehen wir uns also einmal unser Fußballbeispiel an:

(1 - (1 / 1.042)) * 100
(1 - 0.96) * 100 =4%

Die Kommission für die Wettquoten auf das Spiel beträgt also 4%.

 

Natürlich wirst du kein Interesse daran haben, das Gleiche immer wieder zu wiederholen, wenn du eine Wette platzieren willst. Insbesondere, wenn du den Value für ein Pferderennen mit 12 Kontrahenten berrechnen willst.

Glücklicherweise zeigen Wettbörsen wie Betfair den Overround für jeden Markt an. Außerdem gibt es im Netz eine Reihe von Rechnern, die die Arbeit für dich übernehmen.

Finde die Märkte mit den geringsten Margen

Während die Schlussfolgerung auf der Hand zu liegen scheint, dass es profitabler ist, bei Buchmachern zu wetten, die Märkte mit einem größeren Value anbieten, ist es dennoch eine Tatsache, deren Ursache und Wirkungsweise nur die wenigsten Neueinsteiger wirklich verstehen.

Mit der Möglichkeit online die Wettquoten der Buchmacher gegeneinander auszuspielen, sind die Möglichkeit die Auswirkungen der Kommission zu reduzieren umfangreicher denn je, insbesondere seitdem es Wettbörsen gibt. Es mag so aussehen, als sei der Prozentsatz sehr gering, und der Unterschied zwischen 1.90 Even Money und 1.95 nur 5 Cent. Über eine lange Zeit gerechnet macht dieser Anteil jedoch einen riesigen Unterschied aus, wenn es um deine Chancen geht dauerhaft erfolgreich zu wetten.